[...]Keira hat das Glück – oder ist verdammt dazu – von Menschen umgeben zu sein, die ihr die unverblümte Wahrheit sagen, die meisten davon seien Engländer. Ihre Eltern beispielsweise haben sich nie zurückgehalten ihre Projekte und Darstellungen zu kritisieren. Keira meinte dazu, dass man wählerisch sein müsse, auf wessen Rat und Meinung man hört. Einst musste sie sich von John Maybury vor den Dreharbeiten zu The Jacket anhören, dass er sie nicht für die Rolle haben wolle, denn er denke, dass sie nicht schauspielern könne, jedoch haben die Produzenten ihn gezwungen sie zu nehmen.(Was daraus wurde?… John Maybury drehte sogar noch einen zweiten Film mit ihr – The Edge Of Love)
Keiras Freundin, Drehbuchschreiberin und Regisseurin Massy Tadjedin, die mit ihr den Film Last Night drehte, verriet: „Es gab eine Szene in der Keira direkt in die Kamera schauen musste. Das war als ob man sie darum bete, ihre Hand ins heiße Wasser zu halten. Denn sie hat einfach eine Abneigung gegenüber Kameras. Das ist im Wahrsten Sinne des Wortes ein Berufsrisiko, aber es ist wahr. Ich bemerkte sehr früh bei den Dreharbeiten, dass es wohl besser sei ihr nicht zu verraten was ich mit dieser Szene mache.“
Der Film Last Night stellt zwei verschiedene Definitionen des Begriffs “Affäre” dar – einmal außerehelichen Sex ohne Liebe und zum Anderen außereheliche Liebe ohne Sex – und die Frage welche davon weniger zu verzeihen sei, wurde zu einer lebhaften Debatte unter den Darstellern und der Filmcrew. Keira meinte dazu, dass für die Frauen Untreue auf mentaler Ebene viel schlimmer sei als die körperliche, wohingegen die Männer, mit denen sie gesprochen habe, den körperlichen Akt als schlimmeres Vergehen sahen.
Daraufhin verwickelt der Reporter sie in ein Gespräch:„Der Film lässt die Frage aufkommen, ob zweimal Sex in einer Nacht zu haben, ein größerer Betrug sei, als es nur einmal zu machen. Man stelle sich vor, eine Person würde es nach dem ersten Mal bereuen.“ Woraufhin Keira meint: „Richtig ist, dass du nun, äh, satt bist. Oder was auch immer. [Na,was wohl?] Und dann würdest du sagen, ‚Was zur Hölle habe ich getan?‘ Da ist etwas Wahres dran. Einmal ist eine Sache, aber zweimal ist deutlich schlimmer.“ „Ich könnte mir vorstellen, dass Frauen von Mendes‘ Charakter(spielt im Film eine Frau, die einen Mann verführt)entsetzt werden. Denn sie hat ein starkes Verlangen , anderen Frauen die Ehemänner ‚auszuspannen‘“ Keira: „Ich bin noch nie die andere Frau gewesen, aber irgendwie empfinde ich Sympathie für sie“ „Ich bin geschockt das von dir zu hören.“ „Ich glaube, dass es eine ziemlich sexistische Art ist zu sagen, dass es die Schuld der anderen Frau ist, nur weil ein Mann ganz plötzlich die eigene Ehefrau betrügt. Ist das dann nicht die Schuld des Mannes?“ Daraufhin meint der Reporter forsch: „ Natürlich, aber müssen Frauen untereinander nicht aufeinander achten? Was ist mit Schwesternschaft?“[So langsam fange ich an, an der Intelligenz des Reporters zu zweifeln] „Ach verpiss dich doch, du Arsch!“, fährt Keira ihn an, „Setz doch mal deinen Verstand ein. Wenn du verheiratet bist und du jener Mann bist, ist es deine verdammte Verantwortung. Es ist deine Schuld wenn du deine Frau betrügst und nicht die, der anderen Frau!“ [Ich sag nur, Keira in Aktion!]
Nach diesem fulminanten Schlusswort muss Keira dann gehen und wird von Marcus nach draußen begleitet. Daraufhin erzählt der Reporter noch von einem Gespräch mit dem Barmann, dessen Meinung sich grob in meinen vorhergehenden Kommentaren widerspiegelt und von daher nicht erwähnenswert ist. Abschließend lädt der Reporter Keira noch schriftlich ein, in New York zu wohnen, da man sie dort nicht so sehr belästige wie hier in England.
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